Wie gefährlich sind öffentliche WLAN Hotspots?

Wir haben uns so sehr an die Verbreitung und Gegenwärtigkeit des Internets gewöhnt, dass uns die meisten Sicherheitsrisiken nicht einmal geläufig sind. Niemals ein öffentliches WLAN zu nutzen ist utopisch, das wissen auch wir. Zudem ist es alles andere als praktisch. Allerdings gibt es einige einfache Maßnahmen sich zu schützen, denn ungesicherte Netzwerken bergen Risiken. Wir erklären euch, welche das sind und zeigen euch welche Schutzmaßnahmen ihr ergreifen solltet. Wie immer so technisch wie nötig und so einfach wie möglich.

Die 3 größten Gefahren eines WLAN Hotspots

Endlich Urlaub! Am Flughafen kann sich ein kostenloser WLAN Hotspot zu einem wahren Segen entwickeln, kannst du doch schnell auf Facebook posten, dass du gut in den Urlaub gestartet bist. Oder du bist auf Städtereise und kannst im nächsten Starbucks schnell noch etwas für die Arbeit oder Uni erledigen. Ganz ohne zusätzliche Kosten, vor allem im Ausland ist das wichtig und für die meisten Nutzer attraktiv. Leider vergessen wir ob all dieser Vorteile viel zu schnell, welche Gefahren in ungesicherten WLAN Netzwerken lauern.

Im Prinzip gibt es drei große Bedrohungen, die auf dich warten, wenn du dich mit einem öffentlichen WLAN Netzwerk verbindest. Du kannst dir Malware auf dein Gerät herunterladen, es kann dich jemand im selben Netzwerk ausspionieren und du kannst einer Man-in-the-Middle Attacke ausgesetzt sein.

Malware

Malware , ist wie der Name schon sagt, eine bösartige Software, die ohne dein Wissen auf deinem Gerät installiert wurde. Normalerweise passiert dies, weil die Malware in einem unauffällig erscheinenden Download-Link versteckt war. Malware lässt sich über einen offenen WiFi Hotspot leichter von Hackern einschleusen, da diese Netzwerke meist keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen, wie Firewall oder Passwortverschlüsselung, aufweisen. Dadurch wird Malware zu einer nicht unerheblichen Gefahr. Insbesondere Ransomware kann dir so ganz schnell das kostenlose Surfen verderben.

In manchen Fällen ist es Hackern sogar schon gelungen über den Verteilungspunk eines Netzwerkes schädliche Werbung auszuspielen. Wenn Nutzer dann auf einen der Werbebanner oder Pop-ups klicken, startet der Download von Malware auf dein Gerät. Malware kann insgesamt verschiedene Funktionen haben, in einem WLAN Hotspot zielt sie meist auf zwei Dinge: Passwörter herausfinden und Daten sammeln. Ein sogenannter Keylogger kann herausfinden, welche Tastaturtasten häufig in der letzten Browsersession angeschlagen wurden, dadurch können Rückschlüsse auf Passwörter gezogen werden. Im Zusammenspiel mit Spyware sind Hacker dann in der Lage Daten zu sammeln, zu speichern und schließlich zu verkaufen. Spyware allein kann jedoch auch deine sonstigen Browseraktivitäten überwachen.

WLAN-Sniffing

Spionage in einem WLAN Netzwerk ist eine der größten Gefahren, die in einem öffentlichen WiFi Hotspot auf dich warten. Im Prinzip wird dies genutzt um eine große Menge an Daten, die in einem Netzwerk unterwegs sind, aufzuzeichnen und dann auszuwerten. Der Datentraffic wird mittels verschiedener Methoden analysiert um so interessante Informationen herauszufiltern. Das können Passwörter, ID Nummer oder Kreditkartennummern sein.

Der Mann in der Mitte

Man-in-the-Middle Attacken sind mit dem WLAN-Sniffing verwandt, gehen aber noch einen Schritt weiter und wollen dir gezielt schaden. Anstatt eine Software zu nutzen, um Informationen zu sammeln, die in einem Netzwerk rumschwirren, schaltet der Hacker ein komplett anderes Netzwerk zwischen deinem Gerät und dem Netzwerk mit dem du dich eigentlich verbinden wolltest. Dies bedeutet, dass das Netzwerk durch einen neuen Zugangspunkt, in der Regel das Endgerät des Hackers, nahezu vollständig maskiert ist. Für dich ist nicht ersichtlich, dass du dich mit einem ganz anderen Netzwerk verbunden hast. Du hast Internetzugang, was in dem Moment vermutlich der für dich wichtigste Punkt ist. Selbst wenn du über verschlüsselte https Seiten surfst, kann es sein, dass du nicht vor dieser intelligenten Attacke geschützt bist und der Hacker kann beliebig Informationen abfangen.

Schütze dich und deine deine Privatsphäre

Ein paar einfache Tipps für deine Sicherheit

WLAN Hotspot sind mittlerweile allgegenwärtig, genauso wie unser Wunsch nach mobilen Internet. Mit Laptops, Tablets, Smartphones, Wearables und all den Entwicklungen, die bereits in den Startlöchern stehen, sollten wir eigentlich froh sein, ob der breiten Verfügbarkeit von öffentlichen WLAN Netzwerken. Wir wollen dir auf gar keinen Fall den Spaß verderben, denn immerhin gibt es ein paar einfache Dinge, die du tun kannst um die Risiken zu minimieren, wenn du dich mit einem öffentlichen WLAN Netzwerk verbindest.

  • Verschicke keine sensiblen Informationen. Wenn du planst online Geld zu überweisen, die Umsatzzahlen deines Unternehmens zu bearbeiten oder einfach nur in Sozialen Netzwerken aktiv sein möchtest, meide öffentliche WLAN Hotspots. Nicht immer ist dies eine Option aber habe im Hinterkopf wie vielfältig die Möglichkeiten sind diese Informationen abzufangen.
  • Verbinde dich nicht automatisch mit jedem WLAN Netzwerken (Auto-connect). Klar, du sparst vielleicht ein paar Sekunden Zeit, wenn du dich mit jedem verfügbaren Netzwerk verbindest, aber du begibst dich auch unnötig in Gefahr. Du könntest automatisch mit einem Netzwerk verbunden werden ohne es zu merken. Verbinde dich nur mit Netzwerken, die du auch kennst und denen du vertraust.
  • Verbinde dich nur mit https verschlüsselten Seiten. Leider schützt dies nicht vor allen Angriffen in WLAN Netzwerken und leider ist dieser Sicherheitsstandard immer noch nicht weit verbreitet. Trotzdem erhöht es deine Sicherheit, wenn du eine Webseite mit https aufrufst. Nützlich in diesem Zusammenhang ist auch die kostenlose Erweiterung von httpseverywhere, die dafür sorgt, dass alle aufgerufenen Seiten verschlüsselt sind.
  • Stelle sicher, dass andere nicht einfach auf dein Gerät zugreifen können oder dein Gerät erkennen können. Viele neue Laptops, aber auch mobile Geräte, sind so voreingestellt, dass sie innerhalb eines Netzwerkes allen anderen Nutzern angezeigt werden. Bestimmt hast du dich auch schon einmal mit einem WLAN Netz verbunden und konntest "Max MacBook Pro" sehen. Ein Hacker weiß dann, dass dieses Gerät da ist und kann es gezielt angreifen.
  • Benutze ein VPN. Der einfachste Weg um dich schnell zu schützen, egal mit welchem Gerät du gerade unterwegs bist, ist ein VPN. Ein VPN verschleiert den Standort deines Geräts indem dir eine andere IP Adresse zugewiesen wird. Dein gesamter Datenverkehr wird über einen gesicherten und verschlüsselten Tunnel geleitet und du verbindest dich über den Server des VPN Anbieters mit dem unbekannten WLAN Hotspot. Angreifer können dann nicht mehr sehen, wer du eigentlich bist, da dein Gerät im Netzwerk nicht eindeutig identifizierbar ist. So bleibst du geschützt, egal wo du bist und egal ob du dich mit dem WLAN am Flughafen oder dem WLAN im Café um die Ecke verbindest.
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